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Blutdruckmessgerät_Nachrichten : Erhöhter Blutdruck - Bluthochdruck Hypertonie
 
Der Blutdruck ist der in Blutgefäßen und Herzkammern herrschende Druck. Er ist abhängig von der Pumpkraft des Herzens, dem Gefäßwiderstand und dem Blutvolumen. Ist der Druck dauerhaft zu hoch, werden über die Jahre die Blutgefäße geschädigt, und es drohen Folgeerkrankungen, die den gesamten Körper betreffen können.


Wie wird der Blutdruck angegeben?

Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben. Als optimaler Blutdruck gilt ein Wert unter "120 zu 80" (120 / 80). Der erste Wert gibt dabei den systolischen Blutdruck an, dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert beschreibt den diastolischen Blutdruck - darunter versteht man den geringsten Druck, der in den Schlagadern herrscht, während das Herz sich mit Blut füllt.


Wann spricht man von erhöhtem Blutdruck?

Je nach Alter gibt es bestimmte Normalwerte. Ist der Blutdruck anhaltend erhöht, liegt eine Hypertonie (erhöhter Blutdruck) vor. Im Allgemeinen gilt ein Blutdruck in Ruhe ab 140/90 als erhöht.

Die WHO teilt den Bluthochdruck in drei Schweregrade ein:
Optimaler Blutdruck unter 120/80
Normaler Blutdruck unter 130/85
Grenze zur Hypertonie 140/90
Grad 1: milde Hypertonie unter 160/100
Grad 2: mittelgradige Hypertonie unter 180/110
Grad 3: schwere Hypertonie über 180/110


Welche Ursachen hat die Hypertonie?

Häufig kann die Ursache für erhöhten Blutdruck nicht eruiert werden. In diesem Fall spricht man von primär erhöhtem Blutdruck (Essentielle Hypertonie). Dieser ist meist Folge einer Kombination verschiedener Risikofaktoren.

Bei der Sekundären Hypertonie liegt dem Hochdruck eine andere Krankheit zugrunde. Folgende Erkrankungen können den Blutdruck erhöhen:

* Chronische Nierenleiden
* Verengung der Nierenarterien
* hormonelle Störungen
* bestimmte Geschwüre
* Arterienverkalkung (Atherosklerose).

Auch kann es im Verlauf einer Schwangerschaft zu Bluthochdruck - zur so genannten Präeklampsie - kommen.


Welche Risikofaktoren gibt es?

* Familiäre Neigung zu erhöhtem Blutdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt
* Übergewicht
* Rauchen
* Diabetes, sowohl Typ 1 (Insulinabhängiger Diabetes) als auch Typ 2 (Altersdiabetes)
* Nierenleiden
* Alkoholmissbrauch / -abhängigkeit
* Fette, salzreiche Ernährung
* Erhöhter Cholesterinspiegel
* Zu wenig Bewegung
* Stress
* Medikamente (z. B. Kortisonpräparate und Schlankheitstabletten) · Drogenmissbrauch


Wie macht sich Bluthochdruck bemerkbar?

Die Hypertonie verläuft lange Zeit beschwerdefrei und macht sich häufig erst durch die Folgeerscheinungen bemerkbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher sehr wichtig.

Mögliche Beschwerden bei sehr hohem Blutdruck:

* Kopfschmerzen
* Herzklopfen, Atemnot
* Schweißausbrüche
* Sehstörungen
* Schwindelgefühl
* Übelkeit, Erbrechen
* Krämpfe, Lähmungen
* Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit
* Nasenbluten
* Aufhusten von blutigem Schleim

Das plötzliche Ansteigen des Blutdrucks wird als hypertensive Krise (Hochdruckkrise) bezeichnet. Die genannten Beschwerden treten dabei akut und sehr stark auf. Es kann sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Ein derartiger Notfall erfordert eine umgehende ärztliche Versorgung.

Entscheidend ist der Schutz vor Schäden, die ein dauerhaft erhöhter Blutdruck verursacht. Eine unbehandelte Hypertonie führt zu einer deutlichen Reduktion der Lebenserwartung.


Mögliche Folgeerkrankungen

* Arterienverkalkung
* Blindheit
* Nierenversagen
* Herzversagen
* Herzinfarkt
* Hirnblutung (Schlaganfall, Apoplexie)


Wie wird Bluthochdruck festgestellt?

Die Messung des Blutdrucks ist der wichtigste Diagnoseschritt und erfolgt daher fast bei jeder ärztlichen Untersuchung. Durch die Aufregung bei einem Arztbesuch kann der Blutdruck zunächst erhöht sein. Deshalb wird die Messung im Abstand von Tagen mehrmals wiederholt bzw. wird mit Hilfe eines tragbaren Gerätes über einen oder mehrere Tage gemessen. So ist es möglich, auch die Tagesschwankungen des Blutdrucks aufzuzeichnen, was für die Therapie entscheidend sein kann.

Weitere Untersuchungen können sich anschließen. Blut- und Urinproben werden analysiert. Eine Ultraschall-Untersuchung, ein EKG und eine Untersuchung des Augenhintergrundes sind ebenfalls üblich. Zudem kann auch ein Belastungs-EKG auf einem Fahrrad-Ergometer mit gleichzeitiger Blutdruckmessung durchgeführt werden.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Behandlungsziel ist die Normalisierung des Blutdrucks auf Werte unter 140/90. Für Diabetiker und Patienten, die an Gefäßerkrankungen leiden, liegen die Zielwerte etwas niedriger - bei 130/80

Erfordert der Bluthochdruck medizinische Behandlung, muss diese meist lebenslang erfolgen. Die Therapie darf keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Eine Normalisierung des Blutdrucks ist Folge der Behandlung und kein Zeichen, dass diese überflüssig ist! Die Medikamente sollten besonders regelmäßig und immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden, um jederzeit optimale Wirkspiegel im Blut aufrecht zu erhalten. Zur Blutdrucksenkung stehen mehrere Medikamente (Antihypertensiva) zur Verfügung, die an verschiedenen Stellen im Körper ansetzen:

* Harntreibende Medikamente (Diuretika)
befreien den Körper von überschüssigen Salzen und zu viel Flüssigkeit. Dadurch wird das Blutvolumen verringert, der Gefäßwiderstand fällt. Diuretika werden in Thiazide, Schleifen-Diuretika und kaliumsparende Diuretika unterteilt, jedes wirkt auf einen anderen Bereich der Niere. Manchmal werden Kombinationspräparate verschrieben. Da diese Medikamente dem Körper Mineralstoffe entziehen, wird oft Kalium zugesetzt. Alternativ können Kaliumtabletten eingenommen werden.
* Beta-Blocker
wirken auf den Adrenalin-Haushalt. Das Herz wird entlastet und schlägt etwas langsamer.
* Alpha-Blocker
hemmen bestimmte Rezeptoren in den Gefäßwänden. Dadurch entspannen sich die Gefäße und der Blutdruck fällt.
* Kalzium-Blocker
senken die Spannung in den Gefäßwänden. Dadurch fällt der Blutdruck, das Herz muss sich weniger anstrengen. Außerdem wirken sie leicht entspannend auf Herzmuskelzellen und senken so den Sauerstoffbedarf des Herzens.
* ACE-Hemmer und Angiotesin-II-Rezeptorantagonisten
wirken gefäßerweiternd und damit blutdrucksenkend. Sie hemmen ein Hormon, das gefäßverengend wirkt und entlasten so das Herz.


Einige Präparate enthalten Kombinationen dieser Stoffe.

Zu Beginn der Therapie fühlen sich manche Patienten mit dem wieder normalisierten Blutdruck etwas weniger wohl. Der Körper passt sich aber bald an die neuen Druckverhältnisse an, die Beschwerden werden geringer.

Neben den Medikamenten ist eine Überprüfung des Lebensstils auf Risikofaktoren wichtig. Durch mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Abnehmen bei Übergewicht lässt sich der Blutdruck ebenfalls absenken. Eine der dringlichsten Maßnahmen ist der Verzicht auf Nikotin. Zudem sollte starke psychische Anspannung vermieden werden. Zur besseren Bewältigung von Stress-Situationen empfiehlt sich das Erlernen von Entspannungs-Techniken.


Quelle:
Autor: Jochen Niehaus (Arzt)
URL:http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/neu/bluthochdruck.shtml
 
 
 
 
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