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Kategorie: Druck des Blutes : Blutmessgerät - Selbstkontrolle der Blutgerinnung
 
Das CoaguChek S System Blutmessgerät Gerinnungsselbst-Kontrolle Mit diesem Gerät ist eine selbstkontrolle des Qwick-INR Wertes in wenigen minuten ganz einfach und unkompliziert erledigt, es gibt für Sie keine lestigen Arzt besuche und lange wartezeiten mehr. Im Urlaub ist die selbstkontrolle unglaublich wichtig und absolut einfach durchzuführen. Es ist nicht mehr nötig einen Arzt wenn man auf Reisen ist aufzusuchen um den Test durchzuführen. So ist es möglich die Einnahme von macumar selbst zubestimmen. Dieses Gerät ist meiner Meinung nach als sehr genau einzustufen. Streifen zum messen bekommt man unproblematisch vom Arzt verschrieben.
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Messung der Gerinnungswerte durch den Arzt
 
Messung der Gerinnungswerte durch den Arzt

Wenn Sie keinen Blutmessgerät besitzen, dann meistens führt der Hausarzt durchschnittlich alle 4-6 Wochen eine Kontrolle der Blutgerinnung durch. Das heißt, Sie müssen in die Arztpraxis gehen. Dort nimmt man Ihnen das Blut aus der Vene ab und schickt dieses dann zur Ermittlung des Gerinnungswertes an ein Labor. Je nach Arztpraxis erhalten Sie dann am gleichen oder am darauf folgenden Tag Ihren INR- beziehungsweise Quick-Wert.
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Gerinnungskontrolle zum Selberdurchführen: Grundlagen
 
Gerinnungskontrolle zum Selberdurchführen: Grundlagen

Für Ihre Gesundheit ist es notwendig, Gerinnungshemmer einzunehmen und Ihre Gerinnungswerte regelmäßig zu kontrollieren. Diese Behandlung gehört nun zu Ihrem Leben, muss aber nicht Ihr Leben bestimmen. Im Unterschied zu vielen anderen Erkrankungen haben Sie bei Ihrer Diagnose die Möglichkeit, Ihre Gerinnungswerte selbst zu kontrollieren. Dadurch sind Sie in der Lage, Ihr Leben weitestgehend normal weiterzuführen. Es hat sich bewährt, den Gerinnungszeitwert einmal in der Woche zu bestimmen und daraufhin gegebenenfalls den Gerinnungshemmer anzupassen. Damit gelingt eine möglichst optimale Einstellung Ihrer Gerinnungshemmung im Alltag und unterwegs.
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Gerinnungskontrolle ohne Arzt zum Selbermachen
 
Gerinnungskontrolle ohne Arzt zum Selbermachen

Bei Veränderungen des Lebensstils oder einer Erkrankung ist eine noch häufigere Blutgerinnungskontrolle empfehlenswert. Das Blutgerinnungskontrolle hilft Ihnen, Abweichungen Ihrer Werte von dem von Ihrem Arzt vorgegebenen individuellen therapeutischen Bereich sehr schnell zu erkennen. Falls nötig können Sie direkt auf diese Veränderungen reagieren und die Dosis Ihres Gerinnungshemmers der neuen Situation anpassen. Die Studien haben gezeigt, dass Sie dadurch das Risiko für Komplikationen senken und somit Ihre Sicherheit und Lebensqualität erhöhen können. Auch wenn Sie Ihre Gerinnungswerte selbst messen und die Medikamentendosis anpassen, bleibt Ihr Arzt selbstverständlich Ihr unmittelbarer Partner. Er prüft mit Ihnen zusammen in regelmäßigen Abständen die ermittelten Blutwerte, beurteilt die Ergebnisse und macht mit Ihnen eine Beratung.
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Gerinnungshemmung bei Herzerkrankungen:
 
Wann ist sie notwendig?

Vorhofflimmern
- Das Schlaganfallrisiko liegt bei Vorhofflimmern bei bis zu15 % pro Jahr.
- Eine Phenprocoumon-Therapie (z. B. „Marcumar“, „Fali-throm“) ist erforderlich.
- Als Marcumar-Stärke wird eine INR zwischen 2,0 und 3,0 empfohlen.
Koronare Herzerkrankung
- ASS (z. B. „Aspirin“) sollte bei bekannter koronarer Herz-erkrankung als Therapie und bei kardiovaskulären Risiko-faktoren als Prophylaxe lebenslang eingenommen werden.

ASS bewirkt:
- eine Hemmung der Aktivierung der Blutplättchen (Thrombozyten);
- eine Senkung des Risikos für das Auftreten von Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Clopidogrel (z. B. „Plavix“, „Iscover“):
- sollte nach Implantation von Stents in Kombination mit Aspirin eingenommen werden;
- bewirkt eine deutliche Senkung des Risikos für das Auftreten eines so genannten plötzlichen Stent-Ver-schlusses;
- die Therapie-Dauer ist abhängig vom gewählten Verfahren und vom Typ der verwendeten Stents.

Herzklappen-Ersatz
- Bei mechanischem Klappenersatz („Kunstklappen“) muss Marcumar lebenslang eingenommen werden. Als Marcu-mar-Stärke wird abhängig vom Klappentyp und von der betroffenen Herzklappe eine INR zwischen 2,0 und 3,5 empfohlen.
- Bei biologischem Klappenersatz („Bioprothesen“) wird die Therapie mit Marcumar für die Dauer von 3 Monaten empfohlen.

Thrombose und Lungenembolie
- Nach einmaliger Thrombose muss Marcumar für mindes-tens 6 Monate eingenommen werden.
- Nach der zweiten Thrombose muss Marcumar lebenslang eingenommen werden.
- Die empfohlene Marcumar-Stärke liegt bei einer INR zwischen 2,0 und 3,0.

Quelle:http://www.charite.de/kardiologie/ChronischeHerzschwaeche.html
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Gerinnungshemmende Medikamente / Präparate / meist verwendete Begriffe
 
Gerinnungshemmende Medikamente / Präparate / meist verwendete Begriffe

Antikoagulanzien
Gerinnungshemmende Medikamente, Gegenspieler von Vitamin K

Antikoagulation
Hemmung der Blutgerinnung durch Medikamente

Aspirin®
Handelsname eines Schmerzmittels, das Acetylsalicylsäure (ASS) enthält. Wird auch zur Aktivitätshemmung der Blutplättchen eingesetzt und kann die Blutungsgefahr erhöhen.

Bioprothese
Herzklappenersatz aus biologischem Material - vom Rind, Schwein oder Menschen.

Blutplättchen
Thrombozyten; Zellen im Blut, die für die Gerinnung wichtig sind. Bilden zusammen mit den Fibrinfäden ein Gerinnsel.

Blutstillung
Reaktion des Körpers nach einer Gefäßverletzung, die über eine Vielzahl von Einzelreaktionen wie einer vorübergehenden Gefäßverengung und der Bildung eines Blutpfropfs das verletzte Blutgefäß verschließt: Die Blutung ist dann gestillt.

Blutgerinnung
Koagulation; umfaßt die Entstehung eines Blutgerinnsels.

Blutungen
Bei ungewöhnlich starken oder langen Blutungen muß der behandelnde Arzt aufgesucht werden. Dazu gehören: stärkeres Zahnfleischbluten oder eine stärkere und/oder längere Monatsblutung, ungewöhnliche oder häufige blaue Flecken, Nasenbluten, blutiger Urin. Bei "Kaffeesatz"-Erbrechen und schwarzem Stuhl muß sofort ein Arzt gerufen werden.

CoaguChek®S
Messgerät zur Selbstkontrolle der Gerinnung

Doppelflügelprothese
Moderner Typ einer künstlichen Herzklappe, z.B. die St.Jude-Medical- Prothese® (SJM).

Dosisänderungen
Eine Anpassung der Antikoagulanzien-Dosis sollte nur in kleinen Schritten erfolgen.

Einnahmefehler
Vergessen der Tabletten oder ein Verwechseln der Tablettenanzahl, die eingenommen werden sollte.

Entsorgung
Die verbrauchten Materialien können mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Embolus
Blutgerinnsel, das sich gelöst hat, frei in den Gefäßen schwimmt und ein Gefäß verstopft.

Fibrin
Eiweißstoff, der als Fibrinfaden wesentlicher Teil eines Gerinnsels ist.

Gerinnungsfaktoren
In der Leber gebildete Eiweißstoffe, die nach Aktivierung die Bildung eines Gerinnsels bewirken. An der Blutgerinnung (Koagulation) sind bis zu 30 verschiedene Gerinnungsfaktoren beteiligt, die in einer Kettenreaktion nacheinander aktiviert werden. Am Ende dieser Gerinnungskaskade wird lösliches Fibrin in seine unlösliche Form umgewandelt.

Gerinnungshemmer
Antikoagulanzien, gerinnungshemmende Medikamente

Gerinnungsmonitor
Gerät zum Messen der Blutgerinnung, z.B. CoaguChek®S

Gerinnungszeit
Zeitspanne vom Beginn einer Blutung bis zum Wundverschluß durch ein Gerinnsel

Halbwertszeit
Hier: biologische Halbwertszeit. Diese Zeit benötigt der Körper, um die Hälfte der Substanzmenge eines eingenommenen Medikaments wieder auszuscheiden.

Herzklappe
Wirkt am Herzen wie ein Ventil und ermöglicht einen gerichteten Blutstrom im Körper. Es gibt eine Pulmonalklappe, eine Trikuspidalklappe, eine Mitralklappe und die Aortenklappe.

Herzklappenprothese
Klappenersatz aus künstlichem oder biologischem Material

INR
International Normalized Ratio; von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Ergebniseinheit, zur Bestimmung der Blutgerinnung. Einer normalen Gerinnung entspricht INR = 1; INR = 2 bedeutet eine zweifach verlängerte Gerinnungszeit.

ISI
Internationaler Sensitivitätsindex, der die Empfindlichkeit eines Reagenzes erfaßt. Ermöglicht rechnerisch den Vergleich von unterschiedlichen Thromboplastin-Reagenzien. INR = R ISI

Interaktion
Wechselwirkung von verschiedenen Substanzen, z. B. Medikamenten

Kapillarblut
Blut aus den kleinsten Blutgefäßen im Körpergewebe, kann den Ohrläppchen oder der Fingerkuppe entnommen werden.

Kippscheibenprothese
Künstliche Herzklappe mit einem Ventildeckel (Kippscheibe); Beispiele: Björk-Shiley®-, Medtronic-Hall®-Klappenprothese

Koagulation
Gerinnung

Koagulometer
Meßgerät zum Bestimmen der Gerinnung

Kontrollfrequenz
Eine Überprüfung der Gerinnung sollte einmal pro Woche durchgeführt werden, öfter z. B. bei einer Medikamentenumstellung.

Kumarine
Wirkstoffe aus Pflanzen wie Süßklee oder Waldmeister mit unterschiedlicher Wirkung

Kumarinderivate
Vom Kumarin abgeleitete Wirkstoffe, die zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden.

Kugel-Käfig-Prothese
Erste serienmässig hergestellte künstliche Herzklappe; z.B. Starr-Edwards®-Prothese

Nebenwirkung
Unerwünschte Wirkung eines Medikaments

Oral
Durch den Mund eingenommen, z. B. Tabletten oder Tropfen

Orale Antikoagulation
Gerinnungshemmende Therapie mit Tabletten

Quick-Wert
Angabe zum Ausmaß der Gerinnbarkeit des Blutes in %

Prothrombinzeit
Andere Bezeichnung für Thromboplastinzeit

Ratio
Rate der Gerinnung, gibt das Verhältnis der veränderten zur normalen Gerinnungszeit an.

Schlagader
Arterie; Blutgefäß, das Blut vom Herzen zu den Geweben transportiert.

Therapeutischer Bereich
Komplikationsarmer Bereich einer Therapie mit oralen Antikoagulanzien, geringes Risiko für eine Blutung oder Gerinnselbildung. Wird vom Arzt individuell festgelegt.

Thromboplastin
Körpereigener Stoff, der die Blutgerinnung auslöst. Wird auch für den Quick-Test bzw. zur Bestimmung der INR benutzt.

Thromboplastinzeit
Gemessene Zeit bei der Gerinnungskontrolle von der Zugabe des Thromboplastins bis zur Bildung eines Gerinnsels.

Thrombose
Störung der Fließfähigkeit des Blutes in einem Blutgefäß; ausgelöst durch einen Thrombus (Gerinnsel).

Thrombozyten
Blutplättchen; Zellen im Blut, die für die Gerinnung wichtig sind. Bilden zusammen mit den Fibrinfäden ein Gerinnsel.

Thrombus
Blutgerinnsel, Mehrzahl: Thromben

TPZ
Thromboplastinzeit

Vene
Blutgefäß, das sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurückführt.

Venenblut
Aus einer Vene entnommenes Blut, z.B. aus der Vene in der Armbeuge

Vitamin
Vitalstoff, den der Körper für verschiedenste Stoffwechselvorgänge benötigt. Essentielle Vitamine - fettlöslich oder wasserlöslich - kann der Körper nicht herstellen, weshalb diese mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Vitamin K
Lebenswichtiger Vitalstoff, den die Leber zur Synthese der Gerinnungsfaktoren benötigt. Vitamin K wird u. a. von den Darmbakterien gebildet und ist z. B. in Gemüse enthalten.

Wechselwirkung
Gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten. Kann eine Wirkung verstärken, abschwächen oder aufheben


Quelle:http://www.coaguchek.com/de/index.php?target=/de/patients/gerinnungs_selbstmanagement_/gerinnung_von_a_z_
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : CoaguChek® XS System / CoaguChek® S System
 
CoaguChek® XS System

Das CoaguChek® XS Gerät ist klein, etwa so groß wie eine Handfläche. Es wiegt lediglich 175g inklusive Batterien und ist einfach entweder auf dem Tisch liegend oder in der Hand zu bedienen.

Nur ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere (10 µl), gewonnen mit der Stechhilfe CoaguChek® Softclix®, liefert innerhalb einer Minute das Ergebnis.

Der Blutstropfen kann von oben oder von der Seite aufgetragen werden.

Jeder eingeführte Teststreifen wird durch die Integrierte Qualitätskontrolle vor Messung auf seine Brauchbarkeit hin überprüft, um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten.

CoaguChek® S System

Das CoaguChek® S Gerät ist komfortabel in der Handhabung und bequem auf dem Tisch liegend zu bedienen.
Klare Symbole führen den Benutzer durch den Messvorgang, die auf dem großen Display einfach zu lesen sind.
Nur ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere (10 µl), gewonnen mit der Stechhilfe CoaguChek® Softclix®, liefert innerhalb einer Minute das Ergebnis.
Testmessungen mit Flüssigkeitskontrollen sind einfach durchzuführen und werden automatisch identifiziert.

Seit 01. Februar 2006 ist das CoaguChek® S System nicht mehr im Handel erhältlich.
Es wurde durch das CoaguChek® XS System ersetzt.


Quelle:
http://www.coaguchek.com/de/index.php?target=/de/patients/coaguchek__s_system
http://www.coaguchek.com/de/index.php?target=/de/patients/coaguchek_s_system
 
 
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Kategorie: Druck des Blutes : Wie wirken Gerinnungshemmer ?
 
Was sind die Gerinnungshemmer und wie wirken Gerinnungshemmer ?

Die Gabe eines Medikamentes zur Hemmung der Blutgerinnung wird als Antikoagulation bezeichnet. Das eingesetzte Medikament nennt man Antikoagulans (Mehrzahl: Antikoagulantien oder Antikoagulanzien), Gerinnungshemmer oder umgangssprachlich Blutverdünner. Bei diesen Stoffen unterscheidet man direkte Antikoagulantien, die direkt mit den Gerinnungsfaktoren reagieren und indirekte Antikoagulantien, welche die Synthese der Gerinnungsfaktoren hemmen. Nötig wird eine Gerinnungshemmung bei Erkrankungen oder Zuständen, bei denen eine Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) vorliegt, um Thrombosen oder Embolien in den Arterien oder in den Venen zu vermeiden bzw. zu behandeln. Eine Antikoagulation durch Tabletteneinnahme wird auch als orale Antikoagulation bezeichnet.

Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und Clopidogrel werden umgangssprachlich auch als Blutverdünner bezeichnet, sind aber im engeren Sinne keine Antikoagulanzien. Sie hemmen nicht die plasmatische Blutgerinnung, sondern die Eigenschaft der Blutplättchen verklumpen zu können.

Gründe für eine Antikoagulation

Vor, während und nach Operationen sowie bei Bettlägerigkeit aus anderer Ursache werden häufig Antikoagulanzien zur Vermeidung von Thrombosen und Lungenembolien eingesetzt. Auch bei Herzkathetereingriffen und der Blutentnahme zur Stammzellapherese sowie (außerhalb des menschlichen Körpers) in Schlauchsystemen (Dialyse, Herz-Lungen-Maschine) oder Bluttransportröhrchen ist oft eine Hemmung der Blutgerinnung erforderlich.

Als Behandlung - therapeutische Indikation

Häufigster Grund für eine therapeutische Antikoagulation ist heutzutage das Vorhofflimmern oder -flattern. Bei dieser Herzrhythmusstörung besteht ein erhöhtes Embolierisiko, das bei vielen Patienten durch die Blutverdünnung gesenkt werden muss. Zweithäufigster Grund sind Thrombosen (meist der Beinvenen), hier soll die Antikoagulation in der Akutphase die weitere Ausdehnung der Thrombose und später ein Wiederauftreten (Rezidiv) verhindern. Während die Behandlung bei den meisten Patienten nach einer Thrombose nur für einige Monate erforderlich ist, kann in einzelnen Fällen (z. B. bei wiederholten Thrombosen oder angeborenen Störungen der Blutgerinnung wie APC-Resistenz) eine lebenslange Antikoagulation sinnvoll sein. Patienten nach Herzklappenoperation benötigen immer eine Antikoagulation, bei biologischen Klappenprothesen oft nur für einige Wochen oder Monate, bei Kunstklappen aber in der Regel lebenslang.

Seltenere Gründe sind eine fortgeschrittene Arteriosklerose (z. B. koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit oder Verengung der Halsschlagader), ein Herzwandaneurysma oder eine untypische Hämodynamik (z. B. nach Palliativ-OP bei angeborenem Herzfehler).

Gerinnungshemmer verhindern, dass Blutgerinnsel Gefäße verstopfen und es dann zu einer lebensgefährlichen Komplikation kommt. Gerinnungshemmer verlängern die Zeit, bis das Blut gerinnt. Das bedeutet, dass Ihre Wunde bei einer Verletzung anhaltender blutet und es länger dauert, bis sich die Wunde mit einem Gerinnsel verschließt.

Wichtig ist, dass die Dosis des Gerinnungshemmers richtig eingestellt ist. Ist die Dosis des Gerinnungshemmers zu hoch, kann es zu Blutungen, zum Beispiel Nasenbluten, kommen. Ist die Dosis des Gerinnungshemmers zu gering, können sich Gerinnsel bilden, die die Gefäße verstopfen und zu einem Schlaganfall oder einer Lungenembolie führen können. Die Dosis des Gerinnungshemmers wird in Abhängigkeit von dem so genannten INR- oder Quick-Wert eingestellt.

Medikamente und wesentliche Eigenschaften

Aus der Wirkung der Medikamente ergibt sich auch die wesentliche Nebenwirkung aller Antikoagulanzien. Vor allem bei Überdosierung besteht die Gefahr von Blutungen (Magen-, Nieren oder Hirnblutung).

Cumarine

Die sog. „orale Antikoagulation“ mit Cumarinen, (z. B. Phenprocoumon, Marcoumar®, Falithrom®) erfolgt in Form einer regelmäßigen Tabletteneinnahme, deren Dosis anhand regelmäßiger Blutabnahmen mit Bestimmung der INR (früher Quick) festgelegt wird. Je höher die INR, desto intensiver ist die Antikoagulation (desto „dünner ist das Blut“). Bei zuverlässigen chronisch Kranken kann die Überwachung in Form des Gerinnungsselbstmanagements auf den Patienten übertragen werden. Die notwendigen Testgeräte (z. B. INRatio®, CoaguChek XS®, ProTime®) werden unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen bezahlt. Dies erlaubt den Patienten eine zuverlässige, aber einfache Eigenkontrolle der richtigen Dosierung. Eine eingehende, zu zertifizierende Schulung ist als Voraussetzung für die Kostenerstattung durch die Krankenkassen erforderlich.

Die orale Antikoagulation ist preisgünstig und auch ambulant ohne wesentliche Probleme durchführbar. Die Wirkung hält mehrere Tage an, was bei Blutungen oder Operationen nachteilig sein kann.

Heparinoide

* Gabe (Spritze) 2–3× täglich oder als Dauerinfusion
* billig
* gut wirksam in Schlagadern und Venen
* Die Wirkung lässt schnell nach und kann durch Protamin auch kurzfristig wieder aufgehoben werden

Niedermolekulare (=fraktionierte) Heparine:

* parenterale Gabe (Spritze) 1–2× täglich
* teuer
* gut wirksam in Schlagadern und Venen
* Wirkung lässt schnell nach


Andere Präparate:

Neuere und noch selten eingesetzte Mittel sind zum Beispiel:

* Lepirudin (Refludan®)
* Ximelagatran (Exanta®)
* Fondaparinux (Arixtra®).
* Ca-Komplexbildner, z. B. Citrat oder EDTA, die durch Bindung des Calciums (Chelat-Komplex) eine Gerinnung des Bluts verhindern. Vor allem Citratantikoagulation findet vermehrt Einsatz bei kontinuierlichen Nierenersatzverfahren. Der Vorteil ist, dass der Patient selber von der Antikoagulation ausgenommen ist, eine Gerinnungshemmung findet nur im extrakorporalen Kreislauf statt. Somit können auch Patienten behandelt werden, die kein Heparin vertragen (HIT II, SHT) oder septisch sind.
* Hirudin, ein Thrombin-Hemmstoff (wird von Blutegeln benutzt).

 
 
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